Der Aufbau

Auch wenn viele der Gründungsmitglieder dem Vereinsleben leider nicht mehr zur Verfügung stehen, so haben sich die einstigen Ziele über die vielen Jahre nur wenig verändert. Die Hauptanliegen des Vereins betrafen die umfassende Förderung der Jugendarbeit und des Angelsports, die Hege und Pflege der Fischbestände und Gewässer, sowie die Betreuung ausländischer Betriebsangehöriger. Im Besonderen für die nachwachsende Jugend wurde der Mühlteich als Angelgewässer vorgehalten. Die Bestrebungen den Mühlteich zum reinen Jugendangelgewässer auszubauen konnte jedoch nicht mehr vollständig umgesetzt werden. Nur durch Geschicke und die große Vorbildwirkung der älteren Petrijünger konnten die damaligen Jungangler, welche noch heute teilweise das Vereinsleben bestimmen, beständig zu sportlichen Erfolgen gelangen.

 

Viel Ehrgeiz und ein regelmäßiges Training auf dem ehemaligen Schlosspark-Sportplatz führten zu einem beachtenswerten Medaillensegen und anderen Auszeichnungen für die damals sehr starke Kinder und Jugendgruppe im Casting-Sport. Die groß angelegten Veranstaltungen und Turniere zielten schon damals auf die Gerätebeherrschung der angehenden Petrijünger ab. Mit Gewichten oder auch mit der künstlichen Fliege am Leinenende versuchten die Sportfreunde am jeweils passenden Wettkampfgerät, durch Geschick und Zielgenauigkeit eine möglichst hohe Treffer und damit Punktezahl zu ereichen. Hierzu zählen neben dem Gewinn des FDJ-Pokals auch der des Pionierpokals ´66, der Kreiswanderpokal ´70 und die Bezirksmeisterschaften im Turnierangelsport ´75. Nicht minder erwähnenswert sind die errungenen Gold, Silber und Bronzemedaillen bei regionalen Ausscheiden wie bei der Kreis-Kinder u. Jugendspartakiade ´75. Auch international konnte der Verein überregionale Maßstäbe setzen, wie der WM-Sieg im Tunierangelsport in Cottbus und der Teilnahme am „7-Länder-Turnier“ in Beuna durch einige Vertreter unserer weiblichen Jugendgruppe.

 

Wir blicken auf die Gewässerarbeit

Die drei angepachteten Teiche der Gemeinde Schkopau waren über die Jahre sehr stark verlandet, floss doch bis Ende 50er Jahre die weiter westlich entspringende Laucha noch mittendurch den Schwanen- und den Mühlteich. Mit deren Verlegung in ein teils eingedeichtes und befestigtes Bett Anfang der 60er Jahre, nahm auch die eingeleitete Schmutzfracht aus der Hochhalde Buna rapide ab. Die über Jahre angestauten Probleme blieben jedoch. Die hohe Schmutzfracht bestehend aus abgeschwemmtem Lößboden, Kalk und Asche, die sich in den Teichen niederschlug führte nun aufgrund sich verschlechternder Selbstreinigung zu stetig wachsenden Ablagerungen. Auch wurden die Teiche durch die Bevölkerung als öffentliche Müllkippen benutzt und so manch kompletter Hausrat landete im Gewässer. Das beständige Bemühen der Gruppe die Teiche von dem Unrat zu befreien kostete viel Zeit und Kraft. In diesem Zusammenhang leisteten die Vereinsmitglieder zwischen ´69 und ´79 rund 6900 ehrenamtliche Arbeitsstunden, um die Gewässer und Objekte des Deutschen Anglerverbandes wieder aufzubauen. Hierbei erfuhr der Verein nach langen Verhandlungen mit dem Tiefbauamt Buna bei der Teilentschlammung des Mühlteiches Anfang der 80er Jahre und der fachlichen Wiederherrichtung der inzwischen abgerutschten Uferböschung große Unterstützung. Ein Teilerfolg, denn mit der notwendigen Verlegung der Laucha in ihr festes Bett verlor der Teich gut die Hälfte der ursprünglichen Größe, nahm er doch vorher fast den gesamten Platz der heutigen Freifläche nördlich der Laucha ein. Ähnliches widerfuhr dem Schwanenteich bei der Eindeichung, wenn auch nicht in so ausgeprägtem Umfang.

 

In diesem Zusammenhang fand 1981 eine weitere nennenswerte Entrümpelungsaktion der Schkopauer Teiche ihren traurigen Höhepunkt bei welcher fünf Kleintransporter voll Schrott, Altholz, Kunststoffe, Glas und sonstige Müll - offensichtlich verursacht durch die Bürger Schkopaus - entfernt wurden. Nicht nur das im Zuge der Rekonstruktion des Dorfkerns ein beträchtlicher Teil des westlichen Schlossteiches - der mittlerweile zum Brauhausteich umbenannt wurde - kurzsichtig mit Abraum verfüllt worden war, sondern uns auch die Unterstützung bei der Beseitigung seiner inzwischen beträchtlichen Verschlammung verwehrt wurde, war es dem Verein zumindest möglich in Eigenregie mit den gewonnen Erfahrungen vergleichbares in Sachen Uferbefestigung am Bauhausteich durchzuführen. Noch heute bestehen weite Teile der Gewässerumrandung aus den damals verbauten Faschinen und Bruchsteinen. Das Händeringen mit Behörden und Kreisen über Zuständigkeiten und Befähigungen scheiterte neben der beständig klammen Haushaltslage wie so oft an Kleinigkeiten. Es fehlte einfach an entsprechenden Fachfirmen mit den notwendigen Gerätschaften. Hinsichtlich der beständigen Bestrebung der Sanierung des Brauhausteiches beginnend Ende der 70er Jahre gab es zwar aus vielen Richtungen grünes Licht, aber nur mangelnde Unterstützung in technischer sowie finanzieller Hinsicht. Alleine konnte der Verein dieses Projekt nicht in Angriff nehmen und es war keine unmittelbare Lösung in Aussicht, doch Baustellen gab es zuhauf. So konnten die erhofften Erträge einer sinnvollen Bewirtschaftung der Dörstewitzer Teiche nie wirklich abgeschöpft werden. Sickerwasser aus einer angrenzenden Mülldeponie oder auch der sorglose Umgang mit Transformatorenöl aus dem Umspannkraftwerk vernichteten zu DDR Zeiten Fischbestände und verunreinigten die Gewässer auf lange Zeit. Für solche Vorkommnisse galt es aus Vereinssicht also stets ein offenes Auge zu haben. Ein reges Vereinsleben bei gemeinsamen Angelausflügen in der Republik sowie in die sozialistischen Nachbarstaaten oder auch Feierstunden sorgte für gehörige Abwechslung und gehörte alljährlich zum guten Ton.

 

In jüngster Vergangenheit:

Mit der geglückten Wende wechselten auch die Zuständigkeiten und bald landete der Verein auf der Planungsliste ganz oben. Aufgrund seines regionalen Engagements erhielten wir für unsere verdienstvolle Vereinsarbeit bei der Rekultivierung 1991 den Umweltpreis der Zeitschrift „Rute und Rolle“. 1993 standen endlich die lang ersehnten öffentlichen Mittel durch die Gemeinde für die Teichsanierung bereit und der Schwanenteich, der nun den Namen „Großer Mühlteich“ tragen durfte wurde genauso wie der (Kleine) Mühlteich abgelassen, von seiner bis zu 3m dicken Schlammschicht befreit und neu kultiviert. Die veranschlagten 15.000 Kubikmeter Teichschlamm gelangten zur Deponierung auf die Hochhalde der DOW. Leider erwies sich die veranschlagte Summe aufgrund der vorherrschenden Schlammmassen als nicht deckend für die Sanierung des Brauhausteiches (der sich nun wieder Schlossteich nennen darf), sodass diese Arbeiten auf unbestimmte Zeit zurückgestellt wurden. Jegliche Bestrebungen die Arbeiten am Brauhausteich  zu einem für alle Parteien und Anlieger gütlichen Ergebnis kommen zu lassen erwiesen sich als nicht umsetzbar.

 

Auch sind im Zuge der baulichen Veränderungen die Dörstewitzer Teiche der ICE Trasse Erfurt – Leipzig zum Opfer gefallen und damit nicht mehr im Gewässerfond des DAV vertreten. Dem Verein blieb schließlich nichts anderes übrig in Übereinkunft mit dem Kreisangelverein Merseburg den Pachtvertrag zum Jahr 2000 nicht zu verlängern und seine ganzen Kräfte den Mühlteichen zu widmen. Leider unterliegen die Teiche einer sehr starken allgemeinen Nutzung und bedürfen daher beständiger Pflege. In der Absicht, zumindest den Brauhausteich wieder dem Verein und damit dem Deutschen Anglerverband als allgemeines Angelgewässer zugänglich zu machen erbrachte ein erneuter Vorstoß in diesem Jahr den Teich durch eine Fachfirma beräumen zu lassen ernüchternde Zahlen zutage. Für die Sanierung der 0,74ha wird vorbehaltlich von einer Sanierungssumme von 350.000 € ausgegangen. Vor 35 Jahren hätten noch gut 60.000 Mark ausgereicht. Der Verein hofft also auf ein Wunder. Umso wichtiger ist ein fester Zusammenhalt im Verein. Gab es gerade zur Wendezeit teils erhebliche Mitgliederschwankungen so ist aufgrund einer profunden Basis und dem hohen Interesse an der Angelfischerei in der Region ein Aufwärtstrend erkennbar. Gerade die beständige Pflege und der intensive Aufbau einer Jugendgruppe sind wichtig für das Fortbestehen des Angelverein Buna-Schkopau e.V. der 2012 sein 50 Jähriges bestehen feiern konnte.